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Geschichte des T3

Zuerst mal zum Namen. Die Bezeichnung Typ 2 stammt noch aus den Urzeiten von VW. Denn nach dem Käfer (Typ 1) war der Bus das zweite Fahrzeug aus dem Hause VW. Dieses "Typ 2" wird häufig verwechselt mit dem "T3", wobei hier die Zahl für die Generation des Busses steht. Nach dem T1 mit geteilter Frontscheibe kam der T2, auf den dann 1979 der T3 folgte. Bezeichnet wurden die Fahrzeuge mit Transporter, Vanagon, Caravelle usw., je nach zugedachtem Verwendungszweck.
Die ursprüngliche Typeneinteilung von VW war: Typ 1 = Käfer, Typ 2 = Bus, Typ 3 = 1600er. Daher werden alle Heckmotorbusse heute beim VW-Händler im Ersatzteilkatalog abgekürzt als T2 bezeichnet. Der Typ 2 wurde aber intern als Transporter weiter unterteilt in T1 (1949-1966), T2 (1967-1979), T3 (1979-1992) und T4 (ab 1991). Bald wird es wohl auch einen T5 geben. Ein VW-Bus Bj 1985 ist also korrekterweise ein Typ 2 T3.

Hier sein Lebenslauf:

In Heft 11/1978 kündigte auto/motor/sport zum ersten Mal den Nachfolger des bisher beliebtesten Transporters aller Zeiten mit folgenden Worten an: "Der VW-Bus, seit über 25 Jahren gebaut und im Volksmund liebevoll "Bully" genannt, soll noch in diesem Jahr einen moderneren Nachfolger erhalten. Der immer wieder stilistisch und auch technisch modifizierte Klein-Transporter erhält eine neu gestaltete Karosse mit strafferen Linien, die gegenüber der alten Ausführung vor allem den Vorzug eines größeren Stauvolumen bietet. Was die Technik angeht bleibt das Volkswagenwerk dem bewährten Konzept treu: Auch der Neue erhält einen im Heck plazierten Motor, doch soll neben einem luftgekühlten wahlweise auch ein wassergekühltes Triebwerk angeboten werden. Wie bisher auch sollen die verschiedenen Aufbauten zum Programm gehören.

Und im Mai 1979 war es dann endlich soweit:

Das Volkswagenwerk Hannover stellte die ersten Modelle der dritten VW-Transportergeneration (Entwicklungsbezeichnung EA 162) vor. Als Antrieb standen ein 1,6l mit 37 kW (50 PS) und ein 2,0l mit 51 kW (70 PS) zur Auswahl. Beide luftgekühlt. Die Modellfamilie bestand aus dem Bus, für den Personentransport, dem Transporter, für den Lastentransport, sowie der Pritsche und der Doppelkabine, beide ebenfalls für den Lastentransport.

Im Februar 1981 kam eine zusätzliche Maschine auf den Markt: der 1,6l Dieselmotor mit 37 kW (50PS). Dieser Motor entstammte ursprünglich dem Golf/Passat-Diesel. Zur IAA in Frankfurt stellte VW im September 1981 das Modell "Caravelle" vor, das mit einer luxuriösen Ausstattung (Plüschsitze, Seitenverkleidungen und Bodenbeläge) aufwarten konnte.
1982 (Oktober) wurden dann die wassergekühlten Boxer-Motoren in 2 Varianten (44kW/60PS und 57kW/78PS) angeboten. August 1983: VW ändert die Typenbezeichnungen der Fahrzeuge. Alle "PKW-ähnlichen"-Wagen heißen nun "Caravelle" mit den Kennbuchstaben C, CL oder GL. Die lastentransportierenden Versionen erhalten die Bezeichnung "Transporter" und die Campingautos von Westfalia "Joker" (anstatt "Camping").
Im September des gleichen Jahres kommt der Luxus-Bus auf den Markt: der "Caravelle-Carat". Ausgestattet mit mit einem 66kW (90PS) Einspritzmotor und optischen Leckereien wie z.B. Rechteckscheinwerfer, Kunststoff-Stoßstangen, Spoiler und Seitenschweller. Innen fand man Drehsessel, Kühlbox und Klapptisch in der Seitenwand.
Am 10.12.1984 läuft die Serienproduktion des "Syncro" an, ein allrad-angetriebenes Modell, das bei Steyr/Daimler/Puch in Österreich gebaut wurde. Schon ab September 1984 wurde die Vorserie gebaut. Hierin kommt der 78-PS-Motor zum Einsatz.
1985 änderte VW einiges an den Motoren. Neu im Porgramm: der 51kW (70PS) Turbodiesel und ein 2,1l Einspritzmotor mit Katalysator (70kW / 95PS). Der bisherige Einspritzmotor aus dem "Caravelle" wird durch einen 2,1l Einspritzer mit 82kW (112PS) abgelöst.
In den nun folgenden Jahren kommen aus Wolfsburg eine Reihe Sondermodelle (www.T3-Aktuell.de) auf den Markt, die sich durch vielfältige Ausstattungsvarianten unterscheiden: "Multivan", "Multivan-Magnum", "White-, Blue-Star", und "Last-Limited-Edition". 1990 dann das Aus für den Heckmotor-Bully. Am 30. September rollt der letzte T3 im Werk Hannover vom Band. Er wurde durch den T4 (mit Front-Motor und -Antrieb) ersetzt. Der "Syncro" wurde zwar noch bis 1992 gebaut, die Verkaufszahlen hielten sich jedoch in Grenzen. Der wirklich letzte T3 lief 1992 bei Steyr-Puch in Graz vom Band. Dort wurden, außer dem Modell "syncro" noch einige tausend 2WD T3 für Behörden gebaut, während in Hannover schon der T4 montiert wurde. VW hat den ersten echten Van, der sich hunderttausendfacher Beliebtheit erfreute, beerdigt. Wer weiß den schon, daß der T3 in Südafrika von VW Südafrika immer noch gebaut wird (mit Rechtslenker und Audi-Motor)?

Schon bald soll auch der Nachfolger des T3, der T4 wieder abgelöst werden. Der T5 soll übrigens wieder mit Heckmotor gebaut werden.

Quelle:

 
     
 
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